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Ausstellung "Ferne und Nähe"(2002) Werkbeschreibung

Eröffnungsrede
anlässlich der Ausstellung "Ferne und Nähe" (2002):

"Unter dem Atem des Vulkans" zeigt eine Malerei, die noch ganz im Bann des Eindruck des Naturschauspiels des Ausbruchs des Etna steht.

Johanna Trumpf fertigt keine Farbskizzen an, sondern entwickelt aus dem spontanen Entstehungsprozess heraus die Idee zum eigentlichen Kunstwerk.

Die Prozesshaftigkeit zeigt sich dem Betrachter in gestischen Strichkompositionen wie dem großformatigen "Nordseesommer", in dem die gesamte Persönlichkeit und Körperlichkeit der Malerin ihre Spuren hinterlassen hat. Wie beim Aquarellieren ist zügigies Arbeiten gefragt.

Außerdem bietet dieses Vorgehen dem künstlerischen Experiment genügend Raum. In "Vorfrühlingsidee" gestaltet Johanna Trumpf den Aufbruch mit Formen und Farben, bringt sich aber gleichzeitig auch ganz persönlich mit Kratzspuren ins Bild ein. In einem abstrakten Farb- und Formenkonstrukt bricht die Wirklichkeit in Form von direkter, spontaner Entäußerung herin.

"Norddeichmole" verbirgt hinter abstrakter Gestik architektonische Elemente eines ins Meer ragenden Steges, der sich aus einer Sanddüne zu entwicklen scheint.

Realität wird malerisch angedeutet, findet aber auch durch das Heineincollagieren eines Fetzens Leinwand eine weitere Darstellungsform.

Die frei malerische Entäußerung hat der Künstlerin neue Impulse gegeben, sich nicht nur detailverliebt der Natur zu nähern, sondern sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit in das Kunstwerk mit einzubringen wie das Acrylbild "Herkulespflanze" andeutet, um so parallel zur Natur eine neue, subjektive Wirklichkeit zu schaffen.

Christiane Braun M.A. September 2002